Man möge den reißerischen Titel entschuldigen, aber manchmal wundere ich mich doch wenn ich nach einem kleinen Spaziergang nachhause komme, dass ich noch an einem Stücke bin. Verkehrszeichen scheinen hier eher aus kosmetischen Zwecken zu stehen. Zebrastreifen sind auch vorhanden, aber wer denkt, dass der Autofahrer sein Gefährt drosselt, der irrt. Rote Ampeln scheinen eher formlose Anregungen zu sein, wenn man sich kurz umschaut und keinen Milizionär sieht, geht es weiter. Der Ukrainer hat seine Zeit auch nicht gestohlen.
Woran ich mich noch sehr gewöhnen muss sind die Marschrutkas. Das sind Linientaxis, die regelmäßig auf Linien verkehren. Ein für europäische Begriffe sehr ungewöhnliches Verkehrsmittel, bestehen sie doch aus Kastenwagen mit Stuhlreihen darin. Gefahren werden sie von risikoliebenden Straßenrowdies , die in einem früheren Leben sicher Karriere als Barbareskenkorsaren und/oder Opponenten Ben Hurs im Wagenrennen gemacht hätten. Ein großer Spaß ist diese wilde Fahrt, die einen das Leben wieder schätzen lässt.
Heute hat meine Vermieterin die Einkäufe für den Winter erledigt. Normalerweise tendiere ich ja zu auktorialer Übertreibung, jetzt will ich als nüchterner Beobachter die Waren, die da von mir in die Wohnung getragen wurden, aufzählen.
50 Kg Zucker
2 Säcke à 20 Kg Kartoffeln
2 Kisten Zwiebeln
Die Welt mag untergehen, wir sind sicher und gut versorgt, wenn der Winter härter als erwartet wird.
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenJaja, es ist wie in der Türkei:
AntwortenLöschen"Rote Ampel = Achtung Querverkehr!"
Marian, du bist ein Knubbel! :D
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