Freitag, 16. September 2011

Prägendes

Schon jetzt habe ich viel erlebt, viel, was ich in Deutschland nie erleben würde, Eindrücke, Begegnungen, Alles. Um kurz zu rekapitulieren: Ich bin vorgestern gekommen, heute schon ist sehr viel Neues geschehen, viel zu viel um es in meiner gewohnt weitschweifenden Weise auszuführen. Ich werde Schlaglichter auswählen.



Der Zustand der Straßen, Busse, Trams, Metros, Autos und Häuser. Riesige Seen stauen sich in Schlaglöchern und laufen wegen der fehlenden Kanalisation nicht ab.
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Die wundervoll herzliche Art der Menschen, meine Kolleginnen Tanja, Natascha und Jula und meine Vermieterin Viktoria Alexeijewna, die mich sofort als Enkel adoptierte, was sehr rührend wäre, wenn sie nicht -resolut wie eine KGB-Agentin- mich morgens kämmt wenn ich Selbiges verabsäumt habe.
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Meine 94-jährige Russischlehrerin, die in Deutschland die Jahre Zwangsarbeit geleistet und nach Ravensbrück gekommen ist und die sich dennoch in die deutsche Sprache verliebt hat und als Deutschlehrerin gearbeitet hat – Darüber hinaus spricht sie Englisch, Russisch, Ukrainisch, Jugoslawisch und Kroatisch. Wie ich heute erfuhr lebte sie mit ihrem Mann 4 Jahre lang in Kuwait. Man darf getrost zu der umfangreichen Liste auch noch Arabisch gesellen. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass sich manchmal Sprachen mischen.
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Eine nette alte Frau, die sich unglaublich über den „Njemjezki Maltschik“(deutschen Jungen) freute und an deren Unterarm ich -als man den Blutdruck maß- eine eintätowierte Nummer bemerkte. Man warf mir bisher nie mein Deutschsein vor. Ich hoffe das bleibt.
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Ich melde mich bald wieder! Eins noch: Meine Sprachkenntnisse wachsen wie der hellenische Schuldenberg. Ich hätte nicht gedacht so flott sprechen zu können. Bis bald! Morgen werde ich ein wenig visuell tätig werden und meine Stadt photographieren. Schreibt mir!